Was ist Gebärdensprache?
Die Gebärdensprache ist eine visuell-manuelle Sprache, die sich durch manuelle und non-manuelle Sprachmittel ausdrückt. Dabei werden sowohl Hände als auch Mimik, Blickrichtung, Kopf- und Oberkörperhaltung sowie Mundbewegungen verwendet. Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist eine eigenständige Sprache, deren differenzierte Grammatik und Linguistik sich von der deutschen Lautsprache unterscheidet. Ein besonderes Element der Gebärdensprache ist das Fingeralphabet, das mittels unterschiedlicher Handformen die Buchstaben des Alphabets darstellt. Es dient dazu, ein Wort zu buchstabieren, z.B. Eigennamen, Fremdwörter oder unbekannte Begriffe. Die Vollwertigkeit von Sprachen der tauben Menschen wurde im Zuge sprachwissenschaftlicher Forschung bereits in den 1960er Jahren festgestellt. Erst 2002 wurde die DGS in Deutschland durch das Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetz offiziell anerkannt.